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Wohlverhaltensperiode

Was bedeutet:

Wohlverhaltensperiode

Mit Wohlverhaltensperiode ist ein Zeitraum von insgesamt 6 Jahren gemeint, der mit dem Zeitpunkt der Eröffnung des privaten Insolvenzverfahrens beginnt. Von der Eröffnung des privaten Insolvenzverfahrens erfahren Sie durch einen Beschluss, der Ihnen vom Gericht zugestellt wird. Die Dauer des Insolvenzverfahrens an sich, die von 6 bis zu 12 Monaten dauern kann, wird bereits in die Wohlverhaltensperiode mit gezählt.

Während der Wohlverhaltensperiode

Ein Privates Insolvenzverfahren bedeutet, dass mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch einen Treuhänder Ihr Pfändbares Vermögen verwertet wird. Ist das Vermögen verwertet  wird der Treuhänder während der Wohlverhaltensperiode hauptsächlich nur noch den Anteil Ihres Einkommens pfänden, der laut Pfändungstabelle erlaubt ist, und entsprechend sowohl die entstandenen Verfahrenskosten begleichen wie auch an die Gläubiger auszahlen.  Während der Wohlverhaltensperiode dürfen Sie Erstattungen des Finanzamtes wie auch Schenkungen behalten und somit neues Vermögen bilden. Auch ist es Ihnen erlaubt eine (erneute) Selbständige Tätigkeit aufzubauen.

Das 5 und 6 Jahr der Wohlverhaltensperiode

Damit den Schuldnern das Durchhalten der 6 jährigen Wohlverhaltensperiode erleichtert wird, wird Ihnen Ihr Treuhänder im 5 Jahr der Wohlverhaltensperiode 10% der eingezogenen Beiträge Ihres pfändbaren Einkommens und im 6 Jahr sogar 15% zurückerstatten.

Pflichten (im privaten Insolvenzverfahren werden diese Pflichten Obliegenheiten genannt) während der Wohlverhaltensperiode

Die Nennung der Wohlverhaltensperiode leitet sich davon ab, dass Sie als Schuldner sich gegenüber Ihren Gläubigern während dem Zeitraum von 6 Jahren wohl verhalten müssen. Sie müssen bestimmte Pflichten, die im Zusammenhang der privaten Insolvenz Obliegenheiten genannt werden, erfüllen, um nach der 6 jährigen Wohlverhaltensperiode die Restschuldbefreiung erwirken zu können.

Sie müssen alle Angaben und Änderungen bezüglich Ihres Wohnortes, Ihres Arbeitsplatzes, Ihres Einkommens und Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse generell dem Gericht und dem Treuhänder darlegen.

Sie müssen entsprechend zu Ihrem Einkommen beitragen, d.h. eine angemessene Tätigkeit ausüben (angemessen heißt grundsätzlich Vollzeit) oder im Fall von Arbeitslosigkeit sich um eine Arbeitsstelle bemühen und jede zumutbare Tätigkeit annehmen.

Eine Erbschaft während der Wohlverhaltensperiode müssen Sie zu einem Anteil von 50% an den Treuhänder übergeben.

Der Treuhänder hat während der Wohlverhaltensperiode Anspruch auf seine Mindestvergütung von 100,- Euro jährlich (plus Auslagen und UMST), die von Ihnen beglichen werden muss.

Können Sie finanziell Sonderzahlungen aufbringen sind diese ausschließlich und in jedem Fall an den Treuhänder zu zahlen. Auf gar keinen Fall dürfen ausstehende Forderungen  einzelner Gläubiger von Ihnen selbst beglichen werden.

Ende der Wohlverhaltensperiode

Haben Sie die Obliegenheiten während der Wohlverhaltensperiode erfüllt, ist die 6 jährige Phase der Wohlverhaltensperiode überstanden und liegen keine Versagensgründe für die Restschuldbefreiung vor, erhalten Sie vom Gericht einen Beschluss mit der Restschuldbefreiung. Damit haben Sie die private Insolvenz abgeschlossen und sind schuldenfrei.

Siehe Wohlverhaltensperiode Verbraucher Insolvenz

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